Die Ankündigungen kommen nahezu zeitgleich und senden ein deutliches Signal an Politik und Branche: Sowohl der US-Pharmakonzern Eli Lilly als auch Boehringer Ingelheim stellen geplante Investitionen in Deutschland infrage und verweisen dabei auf die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen.
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Mit einem neuen Immunologie-Deal baut Boehringer Ingelheim seine Präsenz im boomenden Feld zellselektiver Autoimmuntherapien aus. Die Rechte an einem präklinischen Antikörper von Immunitas Therapeutics könnten bis zu 407,5 Mio. Euro kosten. Der Deal zeigt, wie stark der Wettbewerb um neuartige Entzündungsansätze gerade Fahrt aufnimmt.
Ein Hintergrund zu neuen Wirkstoffen und der Konkurrenzsituation in der Entwicklung bei der Indikation Leberfibrose.
von Dr. Michael Thiel
Neue Immuntherapie-Kombinationen gesucht: Boehringer setzt bei Lungenkrebs auf doppelte Angriffspunkte und eine Zusammenarbeit mit der Mainzer BioNTech. Beim besonders schwer behandelbaren kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC) positioniert sich Boehringer Ingelheim im zunehmend kompetitiven Feld kombinierter Immuntherapien gemeinsam mit BioNTech. Zwei komplementäre Wirkmechanismen sollen erstmals gezielt zusammengeführt werden.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche verstärkt sein Engagement in einer neuen Wirkstoffklasse und knüpft dabei an eine fast zehn Jahre alte Kooperation an. Gemeinsam mit der US-amerikanischen C4 Therapeutics arbeitet Roche künftig an sogenannten Degrader-Antikörper-Konjugaten (DACs) und zahlt dafür 20 Mio. US-Dollar upfront sowie potenziell mehr als 1 Mrd. US-Dollar an Meilensteinen.
Neue US-Zölle auf Medikamente erhöhen den Druck auf Europas Pharmakonzerne. Unternehmen wie Roche und Novartis reagierten mit milliardenschweren Investitionen in den USA. Der vfa fürchtet nun eine weitere Verlagerung von Produktion und Innovation und sieht Europa immer mehr ins Hintertreffen geraten, wenn nicht reagiert werde.
Mitfinanziert durch das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) eröffnet Boehringer Ingelheim Österreich mit der medizinischen Fakultät der Universität Graz ein gemeinsames Forschungslabor im Spezialgebiet des Lungenkrebses.
Boehringer Ingelheim baut seine Pipeline im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen weiter aus und setzt dabei verstärkt auf Partnerschaften mit Biotech-Unternehmen. Jüngstes Beispiel ist eine Vereinbarung mit dem britischen Immunologie-Spezialisten Sitryx, die diesem bis zu 500 Mio. US-Dollar an Vorab- und Meilensteinen einbringen könnte.
Die Laupheimer CDMO Rentschler Biopharma SE ernannte Dr. Veit Bergendahl Mitte Februar zum Chief Operating Officer (COO) und Mitglied des Vorstands. Er folgt im April auf Christiane Bardroff, die das Unternehmen noch in diesem Quartal verlassen wird.
Boehringer Ingelheim setzt seine internationale Einkaufstour für innovative Wirkstoffe fort – und landet erneut in China. Der deutsche Pharmakonzern ging Ende Januar eine Lizenz- und Entwicklungskooperation mit der in Shanghai ansässigen Simcere Pharmaceutical Group ein, um einen neuartigen bispezifischen Antikörper gegen entzündliche Darmerkrankungen (IBD) voranzubringen. Der frühe Entwicklungsstand in der Präklinik verursacht dennoch einen hohen Preis: der Deal überschreitet im möglichen Gesamtvolumen die Milliardengrenze.

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